Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.
Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ... Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten) |
How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida |
Wiener Genesis
Die Wiener Genesis (Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. Theol. gr. 31) ist eine illuminierte Handschrift, die wahrscheinlich in Syrien in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts gefertigt wurde. Sie gehört zu den ältesten gut erhaltenen illustrierten biblischen Kodizes.
Der Text ist ein Fragment des Buchs Genesis in der griechischen Septuaginta-Übersetzung. Der Text wird wiederholt abgekürzt. 24 Blätter mit insgesamt 48 Vollminiaturen, die jeweils unter dem Text (zum Teil zweireihig) stehen, sind erhalten. Es wird vermutet, dass es ursprünglich ungefähr 96 Blätter mit 192 Illustrationen waren. Der Kodex ist mit Silbertinte in Unzialschrift auf mit Purpur gefärbtem Kalbspergament geschrieben. Nomina sacra sind in Goldtinte geschrieben. Purpurfarbstoff diente auch zum Färben der kaiserlichen Gewänder.
Die Illustrationen sind in einem naturalistischen Stil gehalten, der typisch für die byzantinische Malerei dieser Zeit ist. Das Format der Illustrationen ist ein Übergang zwischen den kleinen, ungerahmten Einzelbildern, wie sie in Schriftrollen üblich waren, und den späteren Bildern der Kodizes. Es gibt sowohl gerahmte wie auch ungerahmte Illustrationen. Die Illustrationen enthalten Vorfälle und Personen, die nicht im biblischen Text vorkommen. Diese stammen vermutlich aus volkstümlichen Ausschmückungen der Geschichte oder aus jüdischen Umschreibungen des Texts.
Die Wiener Genesis könnte in derselben Periode und am selben Ort wie der Codex Sinopensis und der Codex Rossanensis gefertigt worden sein.
Literatur
- Die Wiener Genesis, hrsg. von Wilhelm von Hartel und Franz Wickhoff. In: Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses. Band 15/16, 1895; Neudr. Graz 1970.
- Karl Clausberg: Die Wiener Genesis. Eine kunstwissenschaftliche Bilderbuchgeschichte. Fischer, Frankfurt/Main 1984.
- Rachel Dipper: Genreszenen, jüdische Legenden, klassische Antike? Eine komplizierte Deutungsgeschichte von fol. 16r der Wiener Genesis mit Josef und Potifars Frau. In: Das Münster (Regensburg), Bd. 55 (2002), S. 98–107.
- Barbara Zimmermann: Die Wiener Genesis im Rahmen der antiken Buchmalerei. Ikonographie, Darstellung, Illustrationsverfahren und Aussageintention (= Spätantike – Frühes Christentum – Byzanz. Reihe B, Band 13). Reichert, Wiesbaden 2003, ISBN 3-89500-319-0.
- Christian Gastgeber, Christa Hofmann, Barbara Zimmermann: Die Wiener Genesis. Cod. theol. gr. 31, Österreichische Nationalbibliothek Wien. Kommentar zur Faksimile-Edition. Luzern: Quaternio Verlag Luzern 2019. ISBN 978-3-905924-67-1.
- Christa Hofmann: The Vienna Genesis. Material analysis and conservation of a Late Antique illuminated manuscript on purple parchment. Böhlau Verlag, Wien 2020, ISBN 978-3-205-21058-0 (digital zugänglich)
Weblinks
- Digitalisat der Handschrift
- Beschreibung der Handschrift im Online-Katalog der Österreichischen Nationalbibliothek (mit weiterführenden Links)
- derstandard.at
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Wiener Genesis aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |