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Rolf Hoppe

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Rolf Hoppe, 2009

Rolf Hoppe (* 6. Dezember 1930 in Ellrich; † 14. November 2018 in Dresden) war ein deutscher Schauspieler.

Leben

Herkunft und erste Jahre

Rolf Hoppe wurde 1930 als Sohn eines Bäckermeisters am Südrand des Harzes geboren. Er vertrat seinen Vater gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in der Backstube. Nach Abschluss der Volksschule machte er eine Bäckerlehre und arbeitete von 1945 bis 1948 auch als Kutscher. 1946/47 war er als Schauspieler und Regisseur beim Laientheater Ellrich tätig. Nach dem Schauspielstudium am Staatlichen Landeskonservatorium in Erfurt (1949–1951) war er aufgrund von akuten Stimmproblemen zunächst Tierpfleger beim Zirkus Aeros. In der Spielzeit 1950/51 war er an den Städtischen Bühnen in Erfurt engagiert. Der Schulung seiner Stimme am Institut für Sprechwissenschaft in Halle (Saale) folgte in der Spielzeit 1952/53 ein Engagement am Theater der jungen Garde in Halle.

Theaterkarriere

Weitere Bühnenstationen Hoppes waren das Theater Greifswald (1953/54; nach anderen Quellen bereits in der Spielzeit 1952/53), das Theater der Jungen Welt in Leipzig (1954–1956) und das Theater Gera (1955/56–1961). Seit 1961 arbeitete er am Staatstheater Dresden, zwischen 1970 und 1975 dann am Deutschen Theater in Berlin, ab 1975 wieder am Staatsschauspiel Dresden.

Bei den Salzburger Festspielen trat er von 1983 bis 1989 in der Rolle des „Mammon“ im Jedermann (Regie: Ernst Haeusserman) mit Klaus Maria Brandauer als Partner in der Titelrolle auf. Hoppe gastierte auch in der Schweiz, in Italien und China.

Zu Hoppes wichtigen Theaterrollen gehörten Galy Gay in Brechts Mann ist Mann (Spielzeit 1958/59), der Flieger Sun in Der gute Mensch von Sezuan (Spielzeit 1956/57, beide jeweils in Gera), sowie in Dresden die Titelrolle in König Lear (als Übernahme; Inszenierung: Hans Dieter Mäde), der Dorfrichter Adam in Der zerbrochne Krug (Spielzeit 1968/69), der Klosterbruder in Nathan der Weise (Spielzeit 1978/79), Dr. Schimmelpfennig in Vor Sonnenaufgang (Inszenierung: Hans Dieter Mäde), Torvald Helmer in Nora, Luka in Nachtasyl (Spielzeit 1978/79) und die Titelrolle in Die Verschwörung des Fiesco zu Genua (Regie: Frank Beyer).

In der Spielzeit 1977/78 übernahm er am Staatsschauspiel Dresden den Pfleger des Orest in Sophokles’ Elektra (Inszenierung: Klaus-Dieter Kirst). Er spielte außerdem in Stücken von Alexei Nikolajewitsch Arbusow (Sergej in Irkutsker Geschichte, Gera/Dresden), Joachim Knauth (Heinrich VIII oder Der Ketzerkönig in Gera), Richard Brinsley Sheridan (Die Lästerschule, Dresden), Seán O’Casey (Das Ende vom Lied; Dresden, Spielzeit 1967/68), Helmut Sakowski (Steine im Weg, Dresden), Peter Hacks (Senecas Tod, Dresden Spielzeit 1980/81) und Friedrich Dürrenmatt (1963 als Alfred Ill in Der Besuch der alten Dame mit Antonia Dietrich in der Titelrolle in der DDR-Erstaufführung; Spielzeit 1978/79 als Möbius in Die Physiker).

Film und Fernsehen

1963 gab Rolf Hoppe in einer kleineren Rolle als Portier sein Filmdebüt in Konrad Petzolds Jetzt und in der Stunde meines Todes. Es folgten daraufhin zahlreiche Film- und Fernsehrollen in der DDR, unter anderem in dem Filmdrama Karla als Lehrer Eiffler, in Konrad Wolfs Ich war neunzehn (1968) als Etappenmajor Behring oder in der Historienkomödie Hauptmann Florian von der Mühle (1968) als Polizeidirektor.

In dem DEFA-Indianerfilm Spur des Falken (1968) und dessen Fortsetzung Weiße Wölfe (1969) übernahm Rolf Hoppe die Rolle des Schurken James Bashan. 1973 war er in der Rolle des Captain Burton in Apachen, der 1975 mit Ulzana fortgesetzt wurde, zu sehen.

In Václav Vorlíčeks Märchenfilm Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973) verkörperte er den König an der Seite von Karin Lesch. Im Folgejahr übernahm er eine weitere Rolle in einem Märchenfilm. Er spielte den titelgebenden Puppenspieler und Erfinder in Hans Röckle und der Teufel.

International bekannt wurde Hoppe 1981 durch seine Darstellung des Nazi-Ministerpräsidenten Hermann Göring in dem Spielfilm Mephisto, der 1982 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhielt. Aufgrund dieser Rolle wurde er in der BRD in Peter Schamonis Spielfilm Frühlingssinfonie (1983) besetzt, wo er den Musiker und Musikpädagogen Friedrich Wieck verkörperte. In der Friedrich-Hölderlin-Verfilmung Hälfte des Lebens (1985) spielte er den Schriftsteller Wilhelm Heinse. In dem sechsteiligen Fernsehfilm Sachsens Glanz und Preußens Gloria (1985/1987) übernahm er die Rolle Augusts III., des Sohnes Augusts des Starken.

Auch nach der Wende konnte sich Hoppe weiter als Schauspieler etablieren. 1992 spielte er die Rolle des Fabrikanten und Altnazis Karl Lentz im Satirefilm Schtonk! (1992). In dem österreichisch-deutschen Spielfilm Comedian Harmonists (1997) verkörperte er den nationalsozialistischen Politiker Julius Streicher. In Volker Schlöndorffs US-amerikanisch-deutschen Thriller Palmetto – Dumme sterben nicht aus (1998) spielte Hoppe den Felix Malroux. In Rolf Losanskys Märchenverfilmung Hans im Glück (1999) übernahm er die Rolle des Kaufmannes und Reiters, der Hans sein schnelles Pferd „Sausewind“ gegen den Goldklumpen des Müllerlehrlings eintauschen möchte. In dem Fernsehmelodram Am Ende siegt die Liebe (2000) war er in der Rolle des Max Sander zu sehen. In der Filmkomödie Alles auf Zucker! (2004) spielte er den Rabbi Ginsberg. In der Kriminalfilmreihe Commissario Laurenti (2007/08) verkörperte er den Rechtsmediziner Galvano. 2012 besetzte ihn Toke Constantin Hebbeln in seinem melodramatischen Film Wir wollten aufs Meer, wo er den Oberst Seler spielte. In der Ken-Follett-Verfilmung Die Pfeiler der Macht (2016) übernahm er die Rolle des Familienoberhaupts und Patriarchen Seth Pilaster.

Von 1994 bis 2003 wirkte er in mehreren Filmen der Fernsehreihe Tatort mit. Im Tatort: Der schwarze Engel (1994) spielte er den Richard Tauber, im Tatort: Der Spezialist (1996) übernahm er die Rolle des Kommissars Karl Ammond, im Tatort: Parteifreunde (1996) war er der ehemalige Partei-Landesvorsitzender Eberhard Sudhoff, im Tatort: Schlaflose Nächte (1996) verkörperte er die Rolle des Walter Severing, im Tatort: Tödlicher Galopp (1997) spielte er Kasunke, einen Pferdekenner und Stammbesucher der Rennbahn und in seinem letzten Tatort Der schwarze Troll (2003) war er der Hausarzt Dr. Paul Knödgen. Daneben hatte er Episodenrollen in Kommissar Rex, Das Traumschiff, Die Verbrechen des Professor Capellari, Der Bulle von Tölz, Der letzte Zeuge, SOKO Kitzbühel und Küstenwache.

Neben zahlreichen Auftritten in Spielfilmen und Fernsehproduktionen wirkte Hoppe auch als Sprecher in Kinderhörspielen mit, wie zum Beispiel als das weiße Kaninchen in Alice im Wunderland, als Erzähler in Brüderchen und Schwesterchen oder als Geschichten erzählender Wind in Der Fischer und seine Frau zusammen mit Kurt Böwe.

Sonstiges

Hoppe war Prinzipal des Hoftheaters Dresden, eines Kammertheaters in einem ehemaligen Bauernhof in Dresden-Weißig. Er gründete 1995 einen Verein mit der Vision eines solchen Theaters, kaufte und spendete den Hof dem Verein. Der Spielplan orientiert sich am künstlerischen Anspruch Hoppes.

Mehr als zwei Jahrzehnte hat sich Rolf Hoppe mit seinem privaten Theater auf Schloss Weesenstein gleichermaßen verdienstvoll wie vielfältig kulturell engagiert.[1][2][3] Dort brachte er zum Beispiel seine musikalisch-literarische Reihe Dresdner Dreiklänge zur Aufführung und las Märchen, Balladen und Geistergeschichten.

Von der Tageszeitung Dresdner Neueste Nachrichten wurde er im Jahre 2000 zu einem der „100 Dresdner des 20. Jahrhunderts“ gewählt.[4]

Im November 2006 brachten Rolf Hoppe und der Sänger Heinz Rudolf Kunze auf Schloss Weesenstein ihr gemeinsames Programm Sachsophonie zur Aufführung. Sie präsentierten persönliche Lieblingstexte verschiedener Autoren aus Sachsen und Niedersachsen – von Lessing bis Kunze – und traten beide auch sangesfreudig in Erscheinung.[5]

Privates

Rolf Hoppe war verheiratet und lebte zuletzt in Dresden-Weißig. Er starb im November 2018 im Alter von 87 Jahren.[6] Seine Töchter Christine Hoppe und Josephine Hoppe sind ebenfalls Schauspielerinnen.

Filmografie

Theater

Hörspiele

Diskografie

  • 2010: Hoppe spricht Schöne Frühlingslieder[7]
  • 2011: Dieter Mann, Rolf Hoppe, Christine Hoppe – Das Paselwitzer Tagebuch (Telepool)

Auszeichnungen

Ausstellung

  • Rolf Hoppe. Ein Schauspielerleben. Ausstellung zum 85. Geburtstag vom 1. November 2015 bis 1. Mai 2016 auf Schloss Weesenstein[9]

Literatur

Weblinks

 Commons: Rolf Hoppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://stipvisiten.de/2015/11/ein-symbiotisches-gespann/ – abgerufen am 15. November 2018
  2. Andreas Neubauer; Klaus-Dieter Wintermann: Hoppes Traum – das sagenhafte Weesenstein. Dresden 1998, ISBN 3-925001-19-0
  3. https://www.nmz.de/media/video/eine-sachsophonie-teil-3-rolf-hoppe-und-heinz-rudolf-kunze – abgerufen am 15. November 2018
  4. 100 Dresdner des 20. Jahrhunderts. In: Dresdner Neueste Nachrichten. Dresdner Nachrichten GmbH & Co. KG, Dresden 1999-12-31, S. 22.
  5. https://www.nmz.de/media/video/eine-sachsophonie-teil-3-rolf-hoppe-und-heinz-rudolf-kunze – abgerufen am 15. November 2018
  6. Der Dresdner Schauspieler Rolf Hoppe ist tot. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 15. November 2018, abgerufen am 15. November 2018.
  7. Frühlingslieder auf Frühlingslieder.com (abgerufen am 19. Juni 2010)
  8. PAULA 2015. www.progress-film.de, abgerufen am 9. Februar 2015.
  9. http://stipvisiten.de/2015/11/ein-symbiotisches-gespann/ – abgerufen am 15. November 2018
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Rolf Hoppe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.