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Christoph Gann

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Christoph Gann (* 1970 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Jurist und Sachbuchautor. Er forscht, publiziert und er kuratiert Ausstellungen zur Geschichte der Juden in Thüringen und des Holocaust. Bekannt wurde er als Biograf von Raoul Wallenberg.

Leben und Wirken

Christoph Gann ist Richter am Landgericht Meiningen und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Seit seiner Studienzeit forscht er über das Leben von Raoul Wallenberg.

1999 veröffentlichte er die Biografie Raoul Wallenberg. So viele Menschen retten wie möglich. Darin folgt er den Spuren des schwedischen Diplomaten Wallenberg, der im Januar 1945 spurlos in Moskau verschwand, nachdem er zwischen Juli 1944 und Januar 1945 Zehntausende Budapester Juden vor der sicheren Vernichtung durch die Nationalsozialisten und ihre ungarischen Helfershelfer bewahrt hatte. Gann hat dafür die bisher bekannten Quellen und Darstellungen kritisch gesichtet sowie neue Quellen erschlossen und ausgewertet, um das Wirken Wallenbergs so lückenlos wie möglich zu dokumentieren. Es gehe ihm nicht um ein Denkmal für Raoul Wallenberg, es gehe um die Wahrheit, so Gann. Er kann auch aufdecken, dass an den Spekulationen, Wallenberg sei ein amerikanischer Spion gewesen, nichts dran ist. [1][2] Der Rezensent von Die Zeit, Hans-Martin Lohmann, würdigte das Werk mit den Worten:

„Wie nur wenige verkörperte Raoul Wallenberg eine menschliche Hoffnung im düsteren 20. Jahrhundert. Es ist das Verdienst von Christoph Gann, wenn diese Hoffnung auch im 21. Jahrhundert fortlebt.[3]

2012, anlässlich des 100. Geburtstags von Wallenberg, hielt Christoph Gann auf der internationalen wissenschatlichen Konferenz der Diplomatischen Akademie Wien Auf den Spuren Wallenbergs einen Vortrag zum Thema Die Spuren Wallenbergs in der Sowjetunion.[4]

1994 hatte Gann bereits eine Wanderausstellung zu Leben und Wirken Raoul Wallenbergs unter dem Titel Lichter in der Finsternis. Raoul Wallenberg und die Rettung der Budapester Juden 1944/45 organisiert [5], die bis 2012 in zahlreichen deutschen Städten sowie in Österreich und Ungarn gezeigt wurde. Eine weitere Ausstellung kuratierte er 2008 unter dem Titel Meiningers Stiefkinder. Geschichte der Meininger Juden, in der er unter anderem das Leben von Moses Sachs (1800 – 1870) dokumentierte, der als erster jüdischer Einwanderer nach Palästina gilt.[6] 2010/2011 folgte die Ausstellung Musik. Sie heilt die Wunden, die sich mit dem in der NS-Zeit verfemten Komponisten Günter Raphael beschäftigt. [7] Zu dem Komplex Geschichte der Meininger Juden gehört auch die Ausstellung Das Schicksal der Eva Mosbacher und ihrer Eltern, zu der Gann 2013 einen Begleitband vorlegte.

Christoph Gann ist ehrenamtlicher Direktor des Raoul Wallenberg Kommittees in Karlsruhe.[8]

Veröffentlichungen

  • Lichter in der Finsternis. Raoul Wallenberg und die Rettung der Budapester Juden 1944/45. Begleitheft zur gleichnamigen Ausstellung, Frankfurt am Main 1994, dritte überarbeitete Auflage 1999.
  • Raoul Wallenberg. So viele Menschen retten wie möglich, H.C. Beck, München 1999, zweite Auflage dtv München 2002.
  • Raoul Wallenberg in Budapest, in: András Masát, Márton Méhes, Wolfgang Rackebrandt (Hrsg.): Raoul Wallenberg - Mensch in der Unmenschlichkeit. Ergebnisse der internationalen Forschung, Edition Kirchhof & Franke, Berlin 2002, S. 19-33
  • Juristische Aufarbeitung der Pogromnacht vom 9. November 1938 in Meiningen nach 1945, Erfurt 2011
  • "12 Jahre, Jude, 10.5.39 abgemeldet nach England". Das Schicksal Eva Mosbachers und ihrer Eltern, Erfurt 2013

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Jasper von Altenbockum: Rezension: Sachbuch Im toten Winkel, FAZ 22.Dezember 1999
  2. Elke Schubert: Der lange Marsch. Das Buch zur Suche: Christoph Gann spürt dem verschwunden Menschenretter Wallenberg nach, Süddeutsche Zeitung 17. November 1999
  3. Hans-Martin Lohmann: Licht der Hoffnung. Über Leben und Wirken des Raoul Wallenberg, Die Zeit 25.November 1999
  4. Die Konferenz wurde von der Diplomatischen Akademie gemeinsam mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung, der Botschaft des Staates Israel, der Schwedischen Botschaft und der Botschaft von Ungarn organisiert. Auf den Spuren Wallenbergs, Konferenzbericht, Schwedische Botschaft in Wien, 15. November 2012
  5. Ursula Homann: Jeder Tag kostete Menschenleben. Hilfe für Budapester Juden – Erinnerung an Raoul Wallenberg, in: Das Parlament 15. Oktober 1999
  6. Moses Sachs – ein jüdischer Pionier aus Thüringen, Konrad-Adenauer-Stiftung, Bildungswerk Erfurt
  7. Wallenbergs Extras, Badisches Staatstheater Karlsruhe, PDF
  8. Raoul Wallenberg Around the World Guide: Deutschland, The International Raoul Wallenberg Foundation
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Christoph Gann aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.