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Feuersturm
Als Feuersturm bezeichnet man den Kamineffekt bei großen Flächenbränden, bei denen durch starke Hitzeentwicklung heiße Luft über dem Brandherd emporsteigt und der entstehende Sog Frischluft nachzieht. Bei diesem Kamineffekt entsteht somit eine positive Rückkopplung – die Zufuhr frischer Luft facht das Feuer weiter an.
Beschreibung
Begünstigt werden Feuerstürme durch talkesselförmiges Gelände sowie durch eine fächerförmige Anlage der Initialbrände, wobei die Spitze des Fächers in die Richtung zeigt, aus der der Wind kommt.
Ein Feuersturm kann nur entstehen, nachdem sich ein großflächiger, zusammenhängender Brandherd gebildet hat, z. B. durch das Zusammenwachsen einzelner kleiner Brände, bei großen Waldbränden oder Bränden ganzer Stadtviertel und Städte. So führten etwa einige Flächenbombardements im Luftkrieg des Zweiten Weltkriegs zu Feuerstürmen. Durch kombinierten Abwurf von Sprengbomben und Brandbomben wurden die Dächer der Gebäude abgedeckt, so dass die Brandbomben hölzerne Bauteile im Inneren entzünden konnten. Durch die Zerstörung von Fensterscheiben gelangte zusätzlich Luft an die Brandstellen und ermöglichte die rasche Ausbreitung des Feuers, insbesondere bei enger, verwinkelter und zu großen Teilen aus Holz bestehender Altstadtbebauung. Um die Wirkung von Brandbomben auf für Deutschland typische innerstädtische Bauweisen zu optimieren, wurden 1943 Nachbauten deutscher Mietskasernen auf dem Dugway Proving Ground errichtet („Deutsches Dorf“).
Nach atomaren Explosionen – den beiden Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki sowie oberirdischen Kernwaffentests – wurden sie ebenfalls beobachtet.[1]
Ein großer Feuersturm kann durch die Corioliskraft auch in Rotation geraten und dann einen Wirbelsturm bilden. Feuerstürme gelten allgemein als nicht aktiv löschbar. Sie enden meist erst, wenn das zur Verfügung stehende brennbare Material aufgebraucht ist.
Das meteorologische Umfeld kann ihre Entstehung begünstigen, z. B. war es vor dem Feuersturm in Hamburg im Sommer 1943 besonders heiß und trocken. Schwere Bombardements von Städten müssen nicht notwendigerweise einen Feuersturm erzeugen, dies zeigen die Beispiele von Berlin, München und Nagoya: Auch auf längere Zeit verteilte Angriffe konnten keinen Rückkoppelungseffekt erzeugen; speziell dann nicht, wenn genügend Löschkapazitäten vor Ort vorhanden waren und die Bebauung nicht dicht genug war.
Beispiele
Konventionelle Brände
Bekannte historische Feuerstürme sind der
- Stadtbrand von London im Jahr 1666,
- Hamburger Brand im Jahr 1842,
- Stadtbrand von Chicago sowie der Feuersturm von Peshtigo (Wisconsin, USA), im Jahr 1871.
- Kantō-Erdbeben im Jahr 1923[2] 140.000 Tote.
Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg
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Im Zweiten Weltkrieg gab es eine Vielzahl von durch Flächenbombardements herbeigeführten Feuerstürmen als Teil des Luftkriegs, zum Beispiel (alphabetisch):
- in Braunschweig nach dem Luftangriff am 14./15. Oktober 1944
- in Darmstadt nach dem Luftangriff am 11./12. September 1944
- in Dresden nach den Luftangriffen am 13. Februar 1945
- in Frankfurt am Main nach den Luftangriffen am 22./23. März 1944
- in Hamburg nach den Luftangriffen am 27./28. Juli 1943
- in Hanau nach dem Luftangriff am 19. März 1945
- in Heilbronn nach dem Luftangriff am 4. Dezember 1944
- in Hildesheim nach dem Luftangriff am 22. März 1945
- in Kaiserslautern nach dem Luftangriff vom 14. Juli 1944
- in Kassel nach dem Luftangriff am 22./23. Oktober 1943
- in Kōbe nach dem Luftangriff am 17. März 1945
- in Königsberg nach dem Luftangriff am 29./30. August 1944
- in Koblenz nach dem Luftangriff auf Koblenz am 6. November 1944
- in Leipzig nach dem Luftangriff am 3./4. Dezember 1943
- in London nach dem Luftangriff vom 29./30. Dezember 1940
- in Lübeck nach dem Luftangriff vom 28./29 März 1942
- in Mainz nach dem Luftangriff am 27. Februar 1945
- in Nagoya nach dem Luftangriff auf Nagoya vom 16./17. Mai 1945
- in Pforzheim nach dem Luftangriff vom 23./24. Februar 1945
- in Remscheid nach dem Luftangriff vom 30./31. Juli 1943
- in Saarbrücken nach dem Luftangriff vom 5. August 1944
- in Stuttgart nach dem Luftangriff vom 12./13. September 1944
- in Tokio nach dem US-amerikanischen Luftangriff vom 9. März 1945
- in Ulm nach dem Luftangriff am 17./18. Dezember 1944
- in Würzburg nach dem Luftangriff am 16. März 1945
- in Wuppertal nach den Luftangriffen auf Wuppertal am 29./30. Mai 1943 und am 24./25. Juni 1943
Ein nuklear erzeugter Feuersturm entstand am 6. August 1945 beim Atombombenabwurf auf Hiroshima.
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Florian Coulmas: Hiroshima: Geschichte und Nachgeschichte, Seite 32. Beck Verlag 2005 ISBN 3-406-52797-3, 2010, ISBN 978-3-406-58791-7.
- ↑ Sixty Seconds that Will Change the World. Peter Hadfield. Erste Kapitel und Fußnoten
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Feuersturm aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |