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Anni Albers

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Portrait Anni Albers
Anni Albers mit ihrem Mann Josef Albers
Anni Albers, Wandbehang (Entwurf, 1926)

Anni Albers, geborene Anneliese Fleischmann (geb. 12. Juni 1899 in Berlin; gest. 9. Mai 1994 in Orange, Connecticut) war eine deutsch-amerikanische Textilkünstlerin, Weberin und Grafikerin. Sie zählt zu den Künstlern des Bauhauses.

Ausbildung

Anneliese Fleischmann wurde in Berlin Charlottenburg in eine großbürgerliche Familie hineingeboren und protestantisch getauft. Ihre Mutter, Toni Fleischmann-Ullstein, stammte aus der deutsch-jüdischen Verlegerfamilie Ullstein, ihr Vater, Siegfried Fleischmann, war Möbelfabrikant.[1] Schon während der Schulzeit erhielt Anni Fleischmann privaten Kunstunterricht. In Sten Nadolnys "Ullsteinroman" heißt es: "Anni ... war in der Fleischmann-Familie die schwierigste. Sie war auch die Schönste, eine Femme fatale ersten Ranges ... Bohémienne wollte sie sein, Revolutionärin, Künstlerin." Im Alter von siebzehn Jahren trat sie in das von Martin Brandenburg geführte Studienatelier für Malerei und Plastik in Berlin ein und absolvierte dort eine dreijährige akademische Ausbildung. Nachdem sie, als Frau, keine Zulassung an die Dresdner Akademie für Malerei erhielt, ging sie 1919 nach Hamburg an die Kunstgewerbeschule. Schließlich begann Albers 1922 ein Studium am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Sie nahm zunächst am Vorkurs bei Johannes Itten und Georg Muche teil, danach in der Webereiklasse. Ab Mitte der zwanziger Jahre richtete sich die Weberei des Bauhauses zunehmend auf die industrielle Verwertbarkeit von Textilien. In diesem Zusammenhang ist die Diplomarbeit der Künstlerin zu sehen, die sie 1929/30 fertigstellte. Sie entwickelte hierfür einen Spannstoff: „ein lichtreflektierendes, schalldämpfendes und leicht zu reinigendes Material aus Baumwolle und Cellophan für die Fenster einer Aula“.

Zitat Anni Albers in "Die Werkstatt der Weberei":

"Diese Freiheit des Gestaltens sollte jedem Anfänger gewährt werden. Der Mut ist ein wesentlicher Faktor bei jeder Form künstlerischen Schaffens; er kann sich am besten entfalten, wenn er nicht zu früh durch Wissen eingedämmt wird."

Leben

1925 hatte die Künstlerin den Künstler und Kunstpädagogen Josef Albers geheiratet. 1931 übernahm sie vorübergehend als Nachfolgerin von Gunta Stölzl die Leitung der Weberei am Bauhaus.

Nach der Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933, musste das inzwischen nach Berlin übergesiedelte Bauhaus endgültig schließen. Anni, deren jüdische Herkunft bis dahin faktisch keine Rolle gespielt hatte, sah sich durch den wachsenden Antsemitismus zunehmender Gefahr ausgesetzt. Gemeinsam mit ihrem Mann emigrierte die Künstlerin in die USA. Am Black Mountain College, North Carolina lehrte sie von 1939 bis 1949 als Assistant Professor Weberei. 1949 ehrte sie das Museum of Modern Art in New York mit einer Ausstellung. 1950 bis 1962 arbeitete Anni Albers als freischaffende Weberin.

Seit 1936 reiste sie, meist zusammen mit ihrem Mann, insgesamt 14 mal nach Mexiko und Südamerika, wo sie traditionelle Webmuster und -techniken studierte und sammelte, die von Einfluss auf ihre weberische wie grafische Arbeit waren.

In den 1960er Jahren verabschiedete sich Anni Albers immer mehr von der Weberei, da sie diese angesichts der technischen Produktionsprozesse für eine mittlerweile überholte angewandte Kunst hielt und wandte sich der abstrakten Grafik zu.

Einzelnachweise

  1. Bauhaus-Frauen - Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design, Ulrike Müller, ISBN: 978-3938045367

Bibliographie (Auswahl)

  • Anni Albers: On designing. Pellango Press, New Haven 1959, 1965, 2003
  • Anni Albers; Ignacio Bernal u. a.: Pre-Columbian Mexican miniatures. The Josef and Anni Albers collection. Praeger, New York, Washington 1970
  • Anni Albers: Bildweberei, Zeichnung, Druckgrafik. Ausstellungskatalog. Düsseldorf. Kunstmuseum; Berlin Bauhaus-Archiv, 1975

Literatur

  • Brenda Danilowitz; Heinz Liesbrock (Hrsg.): Anni and Josef Albers. Latin American Journeys. (Katalog zur Ausstellung «Anni und Josef Albers. Begegnung mit Lateinamerika» Centro de Arte Reina Sofía, Madrid u.a. 2006-2008), Hatje Cantz, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7757-2057-1.
  • Annelie Lütgens: Anni Albers. In: Das verborgene Museum I. Dokumentation der Kunst von Frauen in Berliner öffentlichen Sammlungen, Hentrich, Berlin 1987, ISBN 3-926175-38-9, S. 223–224.
  • Josef Helfenstein, Henriette Mentha: Josef und Anni Albers. Europa und Amerika (Kunstmuseum Bern, 6. November 1998 - 31. Januar 1999, aus dem Englisch übersetzt von Manfred Allié), DuMont, Köln 1998, ISBN 3-7701-4795-2 (Buchhandelausgabe) / ISBN 3-7701-4796-0 (Museumausgabe) (= Künstlerpaare - Künstlerfreunde).
  • Maximilian Schell: Anni und Josef Albers. Eine Retrospektive Villa Stuck, München, 15. Dezember 1989 - 25. Februar 1990 ; Josef-Albers-Museum, Bottrop, 29. April - 4. Juni 1990 / Stuck-Jugendstil-Verein / Villa Stuck, München 1989, ISBN 3-923244-13-5 (formal falsche ISBN).
  • Nicholas Fox Weber, Pandora Tabattabai Asbaghi: Anni Albers. New York 1999, ISBN 0-89207-218-0.
  • Nicholas Fox Weber: The Bauhaus group. six masters of modernism. Knopf, New York 2009, ISBN 978-0-307-26836-5.
  • Sigrid Weltge-Wortmann: Women’s work. Textile art from the Bauhaus. Chronicle Books, San Francisco 1993, ISBN 0-8118-0466-6.


Weblinks

Andere Wikis

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