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Geschichte der Juden in Gehrden

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Gedenktafel für jüdische Mitbürger und an die frühere Synagoge in Gehrden

Die Geschichte der Juden in Gehrden setzt zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein, als die erste jüdische Familie in Gehrden ansässig wurde. Die jüdische Gemeinde erreichte in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit über 100 Personen ihren Höchststand. Von den früheren jüdischen Bewohnern zeugt der Jüdische Friedhof Gehrden. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 17 in jüdische Bürger aus Gehrden Opfer der Shoa. Heute erinnert an der Stelle der früheren Synagoge eine Gedenktafel an sie.

Geschichte

1850 weihte die Synagogengemeinde Gehrden eine neue Synagoge ein, nachdem bereits eine Vorgängeranlage bestanden hat. Der Synagoge war eine Mikwe angeschlossen. Die jüdische Gemeinde betrieb eine eigene jüdische Schule.

Die jüdische Gemeinde schrumpfte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts stark. Viele jüdische Familien zogen meist aus wirtschaftlichen Gründen in die nahe gelegene Großstadt Hannover.[1]

In einem Haus in der heutigen Fußgängerzone befand sich die 1850 eingeweihte Synagoge. Sie befand sich darin bis 1920. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Synagoge aufgegben, da die jüdische Gemeinde im Ort zur Durchführung von Gottesdiensten zu klein war. Das Synagogengebäude wurde anschließend in ein Geschäftshaus umgewandelt, dass jüdische Kaufleuten führten.

Zeit des Nationalsozialismus

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus lebten nur noch 12 Juden in Gehrden. Das einstige Synagogengebäude wurde in der Reichspogromnacht 1938 stark beschädigt. Wahrscheinlich wurde es wegen der dichten Nachbarbebauung und der Nähe zur Margarethenkirche sowie zum Rathaus nicht in Brand gesetzt.

Erinnerungsorte

Gedenktafel für jüdische Mitbürger an der Stelle der früheren Synagoge in Gehrden

Gedenkstätte

Das einstige Synagogengebäude wurde 1979 für den Neubaus eines Hauses abgerissen. An einer Hausseite ließ die Stadt Gehrden 1980 eine Gedenktafel anbringen. Später wurde die Stelle gestalterisch zu einer kleinen Gedenkstätte aufgewertet. Am 9. November als dem Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 finden an der Gedenkstätte jeweils Kranzniederlegungen mit einer Schweigeminute unter Teilnahme von Bürgern statt. Die Zeremonie zum Gedenken an die Opfer nimmt meist der Gehrdener Bürgermeister oder sein Vertreter vor.[2][3] Oft finden im Anschluss Gespräche im Rathaus und Vorführungen von Dokumentationen und Lehrfilmen zur Machtergreifung und zur Pogromnacht statt. 2019 kamen zur Gedenkfeier für die Opfer der Reichspogromnacht wesentlich mehr Bürger als in den Jahren zuvor, was Medienberichten zufolge auf eine kurz zuvor von Unbekannten vorgenommene Beschädigung der Gedenkstätte zurückgeführt wurde.[4]

Friedhof

Jüdischer Friedhof Gehrden

Der jüdische Friedhof wurde weit abseits der damaligen Bebauung am Gehrdener Berg unterhalb der Erhebung Köthnerberg angelegt. Er wurde von 1752 bis 1935 belegt. Auf ihm stehen 73 Grabsteine.

Stolpersteine

2008 wurden vor dem ehemaligen Wohnsitz von zwei jüdischen Bürgern in Gehrden Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt. Es handelt sich um die 1861 geborene Amalie Dammann, die 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert und am 1. Januar 1943 ermordet wurde. Ihr 1897 geborener Sohn Ludwig Dammann wurde am 10. November 1938 verhaftet und kam ins KZ Sachsenhausen. Am 4. Januar 1940 wurde er ermordet. Die beiden Stolpersteine sollen auch symbolisch an 15 weitere ermordete jüdische Mitbürger erinnern, die in Gehrden geboren oder gewohnt haben.

Siehe auch

Literatur

  • Hans-Erich Wilhelm: Die Gehrdener Israelitische Synagogengemeinde. Leben und Leiden jüdischer Mitbürger. Hrsg.: Deutsch-Israelische Gesellschaft – Arbeitsgemeinschaft Hannover, Hannover 1992.

Weblinks

 Commons: Geschichte der Juden in Gehrden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stilles Gedenken am Mahnmal in Calenberger Zeitung vom 15. November 2018
  2. Dirk Wirausky, Stephen Kroll: Bürger gedenken der Opfer der Novemberpogrome in Calenberger Zeitung vom 10. November 2010
  3. Gehrdener gedenken der Opfer des Naziterrors in Calenberger Zeitung vom 10. November 2011
  4. Gehrdener setzen ein Zeichen gegen Antisemitismus in Calenberger Zeitung vom 11. November 2019
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Geschichte der Juden in Gehrden aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.