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Schweizerische Nationalbibliothek

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Schweizerische Nationalbibliothek
Swiss National Library building-straightened.jpg

Aufnahme aus dem Jahr 2012

Gründung 1895
Bestand 5 Millionen Medieneinheiten
Bibliothekstyp Nationalbibliothek
Ort Bern
Betreiber staatlich
Website Website der Schweizerischen Nationalbibliothek

Die Schweizerische Nationalbibliothek (NB) (französisch Bibliothèque nationale suisse (BN), italienisch Biblioteca nazionale svizzera (BN), rätoromanisch Biblioteca naziunala svizra (BN)) befindet sich in Bern. Bis Ende 2006 lautete ihr deutscher Name Schweizerische Landesbibliothek (SLB). Die Schweizerische Nationalbibliothek ist eine Institution des Bundesamtes für Kultur (BAK) innerhalb des Eidgenössischen Departementes des Innern (EDI).

Die Schweizerische Nationalbibliothek hat den gesetzlichen Auftrag, alle Publikationen zu sammeln, zu erschliessen, zu erhalten und zu vermitteln, die in der Schweiz erscheinen, sich auf die Schweiz oder auf Personen mit schweizerischem Bürgerrecht oder Wohnsitz beziehen oder von schweizerischen oder mit der Schweiz verbundenen Autoren oder Autorinnen geschaffen oder mitgestaltet werden, und zwar unabhängig von der Sprache. Die Schweizerische Nationalbibliothek ist folglich die erste Anlaufstelle für Helvetica. Seit 1992 betrifft dies nicht mehr nur gedruckte Werke, sondern auch andere Informationsträger. Ferner sammelt die NB Publikationen von internationalen Organisationen, die ihren Sitz in der Schweiz haben (bspw. UNO, WHO etc.) oder die NB vertraglich zur Depositarin in der Schweiz bestimmt haben.

Die Nationalbibliothek hat derzeit einen Bestand von über 5 Millionen Medien,[1] sie hat 120 Vollzeitstellen und ihr Budget betrug 2009 rund 32 Millionen Franken.[2]

Geschichte

Chronologie

Initiiert wurde die damalige Landesbibliothek vom Zürcher Dialektologen und Bibliothekar Friedrich Staub im Jahre 1891. 1894 genehmigten der Ständerat und der Nationalrat den Bundesbeschluss über die Gründung einer Schweizerischen Landesbibliothek. 1895 nahm diese ihre Tätigkeit auf. Der Umzug in neue Räumlichkeiten, im Jahr 1899, ermöglichte der Bibliothek, die Sammlungen für das Publikum zu öffnen. 1901 erschien zum ersten Mal das Bibliographische Bulletin der Schweizerischen Landesbibliothek, welches aufgrund ihrer Neuzugänge, von der Schweizerischen Landesbibliothek, herausgegeben wurde. Bereits in den ersten Jahren des Bestehens wurden neben Monografien und Periodika auch Handschriften, grafische Blätter und auch Fotografien gesammelt.

1911 wurde das Bundesgesetz betreffend die schweizerische Landesbibliothek im Bundesblatt der schweizerischen Eidgenossenschaft veröffentlicht. Im Jahr 1915 traf die Schweizerische Landesbibliothek ein Übereinkommen mit den Schweizer Verlegern, in dem die Verleger der Bibliothek ein gratis Exemplar von jedem verlegten Titel zusicherten. Im Jahr 1928 wurde der Schweizerische Gesamtkatalog ins Leben gerufen, 60 Jahre später, im Jahr 1991 wurde das Schweizerische Literaturarchiv (SLA), das auf Anregung von Friedrich Dürrenmatt geschaffenen wurde, eingeweiht. Neben dem Nachlass von Friedrich Dürrenmatt bildete die Handschriften-Sammlung der Landesbibliothek den Grundstock des SLA. Es sammelt seit seiner Gründung literarische Nachlässe aus allen vier Sprachregionen und seit 2011 ausgewählte Verlagsarchive. 1993 führte die Schweizerische Landesbibliothek den ersten, mit der Bibliothekssoftware von VTLS informatisierte elektronischen Katalog, ein, ein Jahr später, im Jahr 1994, machte sie den Online- Katalog Helveticat öffentlich zugänglich. Noch ein Jahr später, im Jahr 1995, beteiligte sich die Schweizerische Landesbibliothek an der Gründung von Memoriav, dem Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz. 2000 wurde das neugegründete Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN) angegliedert.

1996 entstand auf Initiative der Graphischen Sammlung der Landesbibliothek der Schweizerische Plakatgesamtkatalog (CCSA, Catalogue collectif des affiches suisses). Er führt die wichtigsten Plakatbestände der Schweiz zu einer einzigen virtuellen Schweizer Plakatsammlung zusammen.

Im Jahr 2003 ging die Website SwissInfoDesk, eine kommentierte Liste von relevanten Links zu Schweizer Themen, online. Vier Jahre später, im Jahr 2005, startete die Schweizerische Landesbibliothek das Projekt Virtuelle Auskunft über die Schweiz, eine Partnerschaft von Bibliotheken in der Schweiz und im Ausland, die bereit sind, in ihrem jeweiligen Themenbereich Anfragen aus dem Publikum zu beantworten, welche die Partnerbibliotheken einander weiterleiten. 2007 erhielt die Bibliothek den neuen deutschen Namen Schweizerische Nationalbibliothek. 2008 wurde die online Archivdatenbank HelveticArchives freigeschaltet, die die Sammlungen des Schweizerischen Literaturarchivs und der Graphischen Sammlung erschliesst. Seit 2011 sind auch die elektronischen Sammlungen, die sogenannten eHelvetica, für Recherchen zugänglich. Die Strategie 2012–2019 der Schweizerischen Nationalbibliothek steht unter dem Motto Die Zukunft ist digital. Aber das Papier bleibt. Damit stellt sie sich auf die neue gesellschaftliche Entwicklungen ein, führt aber gleichzeitig ihre hergebrachten Aufgaben weiter.

Baugeschichte

Bereits zur Zeit der Helvetischen Republik um 1800 wurde ein Projekt für eine Schweizerische Nationalbibliothek entworfen, konnte aber nicht realisiert werden. Der erste Standort war eine Vierzimmerwohnung ohne elektrische Beleuchtung und ohne Telefonanschluss an der Christoffelgasse 7 in Bern. 1899 erfolgte der Umzug in das Gebäude des Bundesarchivs und 1931 an die heutige Adresse Hallwylstrasse 15 im Berner Kirchenfeldquartier.

An diesem Ort war nach landesweitem Wettbewerb 1927[3] in den Jahren 1929 bis 1931 nach den Plänen der Architekten Oeschger, Kaufmann und Hostettler ein Neubau, der als früher Vertreter der architektonischen Moderne (Neues Bauen) heute unter Denkmalschutz steht. Dabei sind die einzelnen Gebäudeteile im Sinne des Funktionalismus klar voneinander getrennt. Das achtgeschossige Büchermagazin, konsequent als Hochhaus ausgebildet und auf dem Ausbauraster von 1,52 m aufgebaut, das gleichzeitig den Achsabstand der Regale wie der Fensterachsen entspricht, bildet gleichsam das Rückgrat des Gebäudes, angelagerte Verwaltungstrakte ergänzen die Figur zu einer Art Ehrenhof, die auf das gegenüberliegende Gymnasium reagiert. In der Mitte liegt der oberlichtbeleuchtete Lesesaal, der so ins eigentliche Zentrum der Anlage gerückt wird.[4][5] Zwischen 1994 und 1997 wurde ein neues Büchermagazin, bestehend aus sieben unterirdischen Stockwerken, gebaut. 2001 bezog die Bibliothek wieder ihre alten Räumlichkeiten, nachdem diese durch Bauarbeiten bedeutend renoviert und vergrössert wurden. Ein zweites unterirdisches Magazin wurde im Jahr 2009 eröffnet. Dieses besteht aus vier Stockwerken. Zur Schweizerischen Nationalbibliothek gehört auch das im Jahr 2000 in Neuenburg eröffnete Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN), das aus Dürrenmatts Privathaus nach Plänen von Mario Botta umgebaut wurde.

Erwerbung

Im Gegensatz zu anderen Ländern wie Deutschland oder Frankreich ist die Abgabe eines Pflichtexemplars in der Schweiz nicht gesetzlich verankert. Die NB hat mit dem Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) und der Société des Libraires et Éditeurs de la Suisse romande (SLESR, heute ASDEL) eine Vereinbarung über die Abgabe eines Gratisexemplars getroffen. Schweizer Vereine, Firmen und andere Körperschaften sowie Schweizer Autoren sind gehalten, von ihren Publikationen, die ausserhalb des Verlags- und Buchhandels erscheinen (so genannte Graue Literatur), der NB ebenfalls ein Exemplar zur Verfügung zu stellen.

Benutzung

Die Schweizerische Nationalbibliothek ist eine Mischung zwischen Leih- und Präsenzbibliothek. Konkret bedeutet dies, dass Medien, die sehr wertvoll oder älter als 50 Jahre sind, nur im Lesesaal benutzt werden dürfen. Die 1900 eröffnete Ausleihe ist für alle Benützer gratis. Einschreiben lassen kann sich, wer volljährig ist und festen Wohnsitz in der Schweiz hat.

Seit 2003 bietet die Bibliothek ihre diversen Recherchedienstleistungen unter dem Namen SwissInfoDesk an. Für die selbständige Suche hat sie eine Liste mit relevanten Links zum Thema Schweiz zusammengestellt, die laufend ergänzt und aktualisiert wird.

Seit 2006 informiert die Schweizerische Nationalbibliothek auf ihrer Seite über die bestehenden kantonalen und regionalen schweizerischen Bibliografien und über die schweizerischen Fach- und Spezialbibliografien.

Online-Findmittel

Helveticat ist der Online-Katalog (OPAC) der NB. Im Helveticat nachgewiesen sind alle Monografien, Musikalien, Mikroformen, Multimedia, Karten und Atlanten, hingegen nur ein Teil der Zeitungen und Zeitschriften, die sich in der NB befinden. Daneben enthält Helveticat auch Einträge zu Tondokumenten der Schweizer Nationalphonothek (FN) in Lugano. Das älteste gedruckte Buch, das im Helveticat verzeichnet ist, stammt aus dem Jahre 1465. Die Sacherschliessung erfolgt erst seit 1998 im Helveticat.

HelveticArchives ist die Archivdatenbank der NB. Sie ging am 23. Mai 2008, dem 100. Geburtstag von Annemarie Schwarzenbach, online. Nach und nach werden die gesamten Archivbestände der NB darin nachgewiesen; bereits verfügbar sind digitalisierte Fotos von Annemarie Schwarzenbach.

Unter dem Namen ISplus ist auch das Gesamtverzeichnis der Schweizer Gedächtnisinstitutionen in HelveticArchives integriert. ISplus dient zugleich als Schweizer ISIL-Verzeichnis. Ebenfalls integriert ist das Repertorium der handschriftlichen Nachlässe in Archiven und Bibliotheken der Schweiz.

Weitere Online-Findmittel der NB sind die Schweizer Plakatsammlung, der Schweizerischen Zeitschriftengesamtkatalog RP/VZ (seit Mitte 2002 nicht mehr aktualisiert und durch das Schweizer Zeitschriftenportal ZSP ersetzt) und die Datenbank der Fachbibliografie zur Schweizer Geschichte.

Literatur

  • Olivier Bauermeister, Pierre Louis Surchat (Konzept und Red.): 1895–1995: das Buch zum Jubiläum. Schweizerische Landesbibliothek = le livre du centenaire : Bibliothèque nationale suisse = il libro del centenario : Biblioteca nazionale svizzera = il cudesch dal tschientenari : Biblioteca naziunala svizra : miscellanea. Schweizerische Landesbibliothek, Bern 1995.
  • Monica Bilfinger: Die Schweizerische Landesbibliothek in Bern, Hrsg.: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2001, ISBN 3-85782-696-7 (Schweizerische Kunstführer; Nr. 696 [i.e. 694], Serie 70).
  • Jean-Philippe Accart: Der Schweizerische Gesamtkatalog (GK), in: Arbido, 2005, Nr. 1-2 (Jan.-Feb.), S. 28-29 [1]
  • Jean-Philippe Accart: Noch Fragen zur Schweiz? : SwissInfoDesk, in: IFLA Annual Conference, Oslo, 2005 (PDF)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Angaben auf der offiziellen Seite, abgerufen am 5. Juni 2012
  2. Interpellation Sieben Stockwerke unter der Erde lagern schweizerische Werke und Werte abgerufen am 8. Dezember 2012
  3. Das Werk Bd. 14 (1927) Heft 11, S. XXVII: Ein erster Preis wurde nicht vergeben: Erstrangiert die Arbeit ‹Programm› der Gebrüder Oeschger, zweitrangiert ‹Mac Allan› von Josef Kaufmann, drittrangiert ‹Gutenberg› von Emil Hostettler
  4. Die Schweizerische Landesbibliothek in Bern. In: Das Werk. Bd. 18 (1931) Heft 11. S. 321–351
  5. Die Schweizerische Landesbibliothek in Bern. In: Schweizerische Bauzeitung. Bd. 99 (1931), Heft 1. S. 4–8, 4 Tafeln; Schweizerische Bauzeitung. Bd. 99 (1931), Heft 2. S. 16–17
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