Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

German Defence League

Aus Jewiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die German Defence League (englisch für „Deutsche Verteidigungsliga“, Abkürzung: GDL) ist eine rechtsextreme, islamfeindliche[1][2] Organisation. Die 2010 gegründet GDL orientiert sich an der englischen Organisation English Defence League und hat nach eigenen Angaben über 20 „Divisionen“.

Zielsetzung

Als das Ziel der GDL wird angegeben, die „jüdisch-christliche“ und „griechisch-römische“ Tradition zu bewahren. Diese sei vom Islam bedroht. Die Organisation versteht sich selbst als überparteiliche, selbständig agierende und unabhängige Menschenrechtsorganisation. Bundesweit firmiert sie unter dem englischsprachigen Motto: „Maximum Resistance and No Surrender“ (dt: Maximaler Widerstand und keine Kapitulation). Zu ihren „Straßenaktionen“ gehören Aufmärsche gegen Koran-Verteilungen und Demonstrationen gegen Christenverfolgung.[3]

Kooperationen

Die GDL weist eine Nähe zu den sogenannten „Identitären“ auf.[4] Außerdem unterhält sie Kontakt zu Internetblogs wie Pax Europa und Politically Incorrect und arbeitet mit rechtspopulistischen Organisationen und Parteien wie Die Freiheit, den Republikanern und Teilen der Pro-Bewegung zusammen.[5][6] Rechtspopulistische Politiker wie Geert Wilders oder Marine Le Pen werden in Äußerungen unterstützt.[7]

Symbole

Als Logo verwendet die GDL eine abgewandelte Form der Wirmer-Flagge[8], eine an die Reichskriegsflagge erinnernde schwarz-rot-goldene Flagge, angeordnet „in nordeuropäischer Kreuzform“.[3]

Mitglieder

Der GDL werden bundesweit etwa 100 feste Anhänger zugerechnet. Sie rekrutiert Anhänger gezielt auch unter rechten Hooligans. Nach Aussage von AfD-Gründer Bernd Lucke war der Vorstandsvorsitzende der der AfD nahestehenden Jugendorganisation Junge Alternative, Markus Frohnmaier, Mitglied in der German Defence League[9].

Einordnung

Patrick Gensing verweist auf die militaristische Sprache der Organisation und nennt die GDL als ein Beispiel für die Radikalisierung in den militanten Bereich.[10] Andreas Speit sieht in der GDL „radikale Islam-Feinde mit Neonazi-Verbindung“.[7] Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius zählt die GDL zu den rechtsextremistischen Gruppierungen.[11][12] Im Bremer Verfassungsschutzbericht 2014 wurde die Organisation als rechtsextremistisch und islamfeindlich bezeichnet.[13]

Einzelnachweise

  1. Firuzan Ertürk, Theo McCarthy: Die German Defence League marschiert durch Köln, Vice, 13. August 2012
  2. Andreas Speit: Der rechte Rand: Netzwerk gegen den Islam, Taz, 18. April 2012
  3. 3,0 3,1 Steven Geyer: Feindbild Islam: Neue Rechte trifft Neonazis, Berliner Zeitung, 28. Oktober 2014
  4. Andreas Speit: Nationalisten und Salafisten - Rechte gegen Rechte, taz, 29. Mai 2014, abgerufen am 21. Januar 2015
  5. Carina Klammer: Imaginationen des Untergangs. Zur Konstruktion antimuslimischer Fremdbilder im Rahmen der Identitätspolitik der FPÖ, Lit, Wien Berlin Münster, 2013, ISBN 978-3-643-50520-0, S. 53 f.
  6. Jan Lukas Strozyk: Ring freiheitlicher Jugend Deutschland: Offensive der Islamhasser, Der Spiegel, 18. Oktober 2012
  7. 7,0 7,1 Andreas Speit: Rechte gegen Rechte, Taz, 29. Mai 2014
  8. Wirmer-Flagge: Pegida und das Symbol der Hitler-Attentäter, Süddeutsche Zeitung, 3. August 2015
  9. Schwäbische.de vom 23. August 2015: Einstige AfDler wollen bei Alfa alles besser machen
  10. Patrick Gensing: Polemik, Islamfeindlichkeit und Radikalismus – Über das öffentliche Klima im Internet, das Fremdenhass erzeugt, in: Michael Haller (Hrsg.): Rechtsterrorismus in den Medien: der Mörder Breivik in Norwegen und die Terrorzelle NSU in Deutschland - wie die Journalisten damit umgingen und was sie voneinander lernen können, Lit, Berlin Münster 2013, ISBN 978-3-643-12297-1, S. 64 f.
  11. Bericht des Innenministers: Viele Rechtsextreme laufen bei Hagida mit, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 22. Januar 2015
  12. Minister: „Hagida-Teilnehmer teilweise rechtsextrem“, NDR 1, 23. Januar 2015
  13. Verfassungsschutzbericht 2014, Landesamt für Verfassungsschutz Bremen
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel German Defence League aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.