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Glarus Nord

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Glarus Nord
Wappen von Glarus Nord
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton GlarusKanton Glarus Glarus (GL)
Bezirk: Keine Bezirkseinteilung
BFS-Nr.: 1630i1Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“f4
Postleitzahl: 8752 Näfels
8753 Mollis
8757 Filzbach
8758 Obstalden
8865 Bilten
8866 Ziegelbrücke
8867 Niederurnen
8868 Oberurnen
8874 Mühlehorn
Koordinaten: (723311 / 217739)47.0991669.063054437 Einwohner Zahlenformat Koordinaten: 47° 5′ 57″ N, 9° 3′ 47″ O; CH1903: (723311 / 217739)
Höhe: 437 m ü. M.
Höhenbereich: 411–2439 m ü. M.[1]
Fläche: 147,00 km²[2]
Einwohner: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl CH-GL (Fehler: Ungültige Zeitangabe)[3]
Einwohnerdichte: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“p Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
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Gemeindepräsident: Thomas Kistler (SP)
Website: www.glarus-nord.ch
Glarus Nord, Luftaufnahme in Richtung Süden; unten im Bild der Linthkanal

Glarus Nord, Luftaufnahme in Richtung Süden; unten im Bild der Linthkanal

Lage der Gemeinde
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Glarus Nord ist eine politische Gemeinde (Einheitsgemeinde) im Schweizer Kanton Glarus. Mit einer Einwohnerzahl von über 19'000 ist die Gemeinde Glarus Nord die grösste Gemeinde des Kantons Glarus sowie des angrenzenden Umlands.

Die Gemeinde Glarus Nord entstand im Rahmen der Glarner Gemeindereform durch die am 1. Januar 2011 rechtswirksam gewordene Fusion der Gemeinden Bilten, Filzbach, Mollis, Mühlehorn, Näfels, Niederurnen, Oberurnen und Obstalden.

Glarus Nord richtet das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2025 aus, welches auf dem Areal des Flugplatzes Mollis stattfinden wird.

Geschichte

Das Glarnerland gehörte unter der Herrschaft der Römer zur Provinz Rätia. Um 15. v. Chr. entstanden entlang des Walensees römische Wachtposten, einer davon in Filzbach. Von der vorrömischen Besiedlung zeugen nur noch vereinzelte Flurnamen. Das Glarner Unterland war immer wieder Grenzland: Zwischen Helvetiern und Rätiern, zwischen den römischen Provinzen Raetia Prima und Germania Superior, zwischen Ostgoten und Franken. Im Hochmittelalter zwischen den Klöstern Schänis und Säckingen und den Bistümern Chur und Konstanz. Zudem weist der Name 'Walensee' (See der Welschen) darauf hin, dass zwischen Mühlehorn und Murg für lange Zeit die Grenze zwischen deutschem und rätoromanischem Sprachgebiet lag.

Im 14. Jahrhundert erweiterten die Glarner die Grenzen von der Letzi in Näfels aus, indem sie nach und nach Ober- und Niederurnen, Bilten und den Kerenzerberg annektierten. Dabei blieb es dann; Reichenburg gehörte Einsiedeln, die March den Schwyzern, und die Vogtei Windegg, zu der auch Murg und Quarten gehörten, war eine Gemeine Herrschaft. In der Schlacht bei Näfels gewannen die Glarner am 9. April 1388 im letzten militärischen Konflikt der Eidgenossen mit dem Hause Habsburg die Freiheit.

Gegen Osten bildete Glarus bis zur Helvetik die Aussengrenze der Alten Eidgenossenschaft. Die Gebiete südlich und östlich waren entweder nicht Teil der Eidgenossenschaft (Freistaat der Drei Bünde) oder galten, wie die Gemeinen Herrschaften Sargans und Windegg, als Eigentum einiger oder aller Alten Orte. Doch mit Uri und Schwyz hatte man wenig gemeinsame Interessen. Anders mit Zürich: Die Verbindung mit dem Handelszentrum am Zürichsee war von vitaler Bedeutung für Glarus, da von dort das Korn kam und der Grossteil des Handels via Linth – Zürichsee abgewickelt wurde.

Nach der Reformation wurde Schwyz der einflussreichste Ort der Katholiken und Zürich der Evangelischen. Das führte in Glarus zu einer Pattsituation. Schwyz war zu nahe und Zürich zu wichtig, um ignoriert zu werden. Entsprechend blieben Näfels und Oberurnen katholisch, die meisten andern Dörfer evangelisch, einige sogar gemischtgläubig. An diesem Besitzstand durfte bis nach der Franzosenzeit nicht gerüttelt werden.

Wirtschaftlich war die Region bis in die Neuzeit bitter arm. Die Reisläuferei gehörte zu den wenigen Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Das änderte sich erst mit dem Aufkommen der Textilindustrie im späten 18. Jahrhundert. Dank der Linthkorrektion von 1807–1822 unter der Leitung von Hans Konrad Escher von der Linth konnte auch das vormals versumpfte Land der Ebene genutzt werden, die Dörfer sind heute zu blühenden Gewerbe- und Industriestandorten geworden.

An der Landsgemeinde vom 7. Mai 2006 entschieden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger überraschend, die staatspolitische Struktur der Glarner Gemeinden tiefgreifend zu verändern und die Gemeinden Glarus Süd, Glarus und Glarus Nord zu schaffen. Dieser Entscheid wurde durch die Stimmberechtigten an einer ausserordentlichen Landsgemeinde im Folgejahr klar bestätigt.

Geographie

Die Gemeinde Glarus Nord umfasst im Wesentlichen den Glarner Teil der Linthebene, das untere Linthtal und den Kerenzerberg bis hinunter zum Walensee. Den tiefsten Punkt der Gemeinde bildet die Linth mit 410 m ü. M., wogegen der Ruchen Mürtschen mit einer Höhe von 2441 m den höchsten Punkt darstellt.

Verkehr

Glarus Nord ist verkehrsmässig gut erschlossen und von Zürich in rund 45 Minuten mit dem Auto oder Zug erreichbar: Entlang des Linthkanals im Norden verläuft die Autobahn A3, mit welcher Glarus Nord über drei Anschlüsse verfügt (Bilten, Weesen und Mühlehorn); von der A3-Verzweigung Niederurnen aus führt die Autostrasse 17 nach Niederurnen, Mollis und Näfels. Der Eisenbahnknotenpunkt Ziegelbrücke, welcher an der Kantonsgrenze zu St. Gallen liegt, gilt als das Tor zum ganzen Kanton Glarus. Die Gemeinde Glarus Nord ist Mitglied des Tarifverbunds Ostwind und am Zürcher S-Bahn-Netz angeschlossen. Das von den Schweizerischen Bundesbahnen betriebene Netz der Glarner Busbetriebe stellt in Glarus Nord den Nahverkehr sicher. Zu erwähnen ist auch der ehemalige Militärflugplatz Mollis, der 2012 von der Gemeinde erworben wurde und seither für die Privat- und Helikopterfliegerei genutzt wird. Langfristig geplant ist ein breiter Nutzungsmix aus Fliegerei, Freizeitaktivitäten und Events sowie die dauerhafte Sicherung des angrenzenden Naherholungsraums.

Politik

Gemeindepräsident ist Thomas Kistler (SP; Stand: 1. Juni 2023). Dem Gemeinderat gehören neben ihm noch sechs weitere Mitglieder an, darunter 1 SVP, 1 BDP, 1 CVP, 1 Grüne, 1 GLP und 1 parteilos.

Wirtschaft

Glarus Nord ist Standortgemeinde zahlreicher bekannter Unternehmen wie der Eternit (Schweiz) AG, Netstal Maschinen AG, Carlsberg Supply Company oder des Hubschrauberherstellers Kopter. In der Gemeinde Glarus Nord sind rund 1300 Unternehmen domiziliert, die ca. 8587 Arbeitsplätze aufweisen (Stand: 2015). Darunter sind Carlsberg Supply Company, die Läderach, Elysator, Guma AG, Etertub, Kopter und Hess Medizintechnik AG.[6] Alleine im Industriegebiet Jenny-Areal, einer umgenutzten Spinnerei in Ziegelbrücke, sind rund 300 Arbeitsplätze angesiedelt. Immer bedeutsamer wird auch der Tourismus: Während früher vor allem der Kerenzerberg touristische Aktivitäten aufwies, verfügt die Gemeinde Glarus Nord mit den Gebieten Mullern-Fronalp, Oberseetal Näfels und dem Niederurner Täli über weitere zunehmend touristisch genutzte Gebiete.

Die Gemeinde Glarus Nord wurde anfangs 2016 als erste Schweizer Gemeinde von der Swiss Fair Trade als Fair Trade Town ausgezeichnet.[7]

Wappen

Flagge von Glarus Nord

Das Wappen wurde neu geschaffen. Die acht Sterne symbolisieren die acht Ortschaften, von denen jeweils vier auf jeder Seite der Linth liegen.

Sehenswürdigkeiten

Die Gemeinde Glarus Nord und ihre acht Ortschaften verfügen über zahlreiche Sehenswürdigkeiten von teilweise nationaler Bedeutung.


Städtepartnerschaft

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Glarus Nord – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020 ([1])
  3. Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl CH-GL
  4. Vorlage:Metadaten Ausländeranteil CH-GL
  5. Zahlen und Fakten (Memento vom 8. Oktober 2018 im Internet Archive), Website der Gemeinde Glarus Nord, abgerufen am 8. Juni 2011.
  6. Arbeitszonenmanagement
  7. Medienmitteilung Glarus Nord. glarus-nord.ch, 4. Februar 2016, abgerufen am 18. September 2021.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Glarus Nord aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.