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Wolfgang Fernbach

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Wolfgang Fernbach (geb. 1889; gest. 1919) war ein deutscher Sozialist und Teilnehmer der Novemberrevolution. Er wurde im Anschluss des Januaraufstands am 11. Januar 1919 ermordet.

Leben

Wolfgang Fernbach stammte aus einer Berliner jüdischen Familie, seine Eltern betrieben eine Leihbücherei für ein Publikum aus der Mittelschicht. Wolfgang Fernbach engagiertes sich 1907 in der zionistischen Verbindung Hasmonaeon, wandte sich später jedoch dem Sozialismus zu. Fernbach wurde Mitglied der Spartakusgruppe und arbeitete während des I. Weltkriegesgemeinsam mit Leo Jogiches an der Herausgabe der Spartakusbriefe. In der Novemberrevolution stieß er zur Redaktion der "Roten Fahne", dem neu gegründeten Blatt der KPD.

Parteigründerin Rosa Luxemburg begrüßte ihn dort herzlich: "Auf Ihre Mitarbeit bei dem Blatte haben wir ohne weiteres gerechnet. Es wird viel zu arbeiten geben" schrieb sie ihm am 18. November 1918.[1]

Während des Januaraufstand war er einer der Parlamentäre aus dem besetzten Gebäude der Redaktion der sozialdemokratischen Zeitung "Vorwärts" in Berlin, die am Morgen des 11. Januar 1919 mit den das Haus belagernden Regierungstruppen verhandeln wollten. Fernbach hatte während der Besetzung bei der Herstellung des "Roten Vorwärts" geholfen, der von den Besetzern herausgegebenen Zeitung.

Die Regierungstruppen waren jedoch an einer friedlichen Übergabe nicht interessiert. Statt Verhandlungen wurden die insgesamt sieben Parlamentäre, darunter auch der Arbeiterdichter Werner Möller, von Regierungstruppen abgeführt und im Hof der Berliner Dragonerkaserne erschossen. Eine Gedenktafel im Eingangsbereich des Gebäudes am Mehringdamm, das heute als Finanzamt dient, erinnert unter anderem an Wolfgang Fernbach.[2]

Literatur

  • David Fernbach: Wolfgang Fernbach (1889–1919): jüdischer Sozialist und Opfer der Berliner Januarkämpfe 1919, in Arbeit – Bewegung – Geschichte, Heft I/2019, S. 60–77.
  • Eugen Fernbach, David Fernbach (Hrsg.): Assimilation – Zionismus – Spartakus. Chronik der Berliner Familie Fernbach (1879–1934), Berlin 2019.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Rosa Luxemburg, Brief an Wolfgang Fernbach 18. November 1918, Zitiert nach Rosa Luxemburg: Gesammelte Briefe, Bd. 5., August 1914 bis Januar 1919, Berlin, S. 416.
  2. Gedenktafel für Parlamentäre, Finanzamt Mehringdamm
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Wolfgang Fernbach aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.