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Roger Whittaker

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Roger Whittaker, 1976

Roger Whittaker (* 22. März 1936 in Nairobi, Kenia; † 13. September 2023 in Frankreich) war ein britischer Sänger, Liedermacher und Kunstpfeifer. Er war unter anderem im Vereinigten Königreich, in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Südafrika und Deutschland erfolgreich. Zu seinen bekanntesten Liedern zählen Albany, Abschied ist ein scharfes Schwert, The Last Farewell, Durham Town und River Lady (A Little Goodbye).

Karriere

PR-Foto aus dem Jahr 1971
Roger Whittaker, 1972

Whittaker war der Sohn des Gemischtwarenhändlers Edward Whittaker und seiner Frau Vi aus Staffordshire (England). Sie waren wegen des besseren Wetters in die damalige britische Kolonie Kenia ausgewandert. Dort bewirtschafteten sie eine Farm in der Nähe von Thika, wo Roger geboren wurde und aufwuchs. Nach der Grundschule besuchte er die Prince of Wales School, die heutige Nairobi School. Im Rahmen des Wehrdienstes bei Kenia Regiment kämpfte er im Mau-Mau-Krieg im Aberdare Forest. 1956 wurde er entlassen und begann ein Medizinstudium in Kapstadt, Südafrika, das er aber mit dem Wunsch, Lehrer zu werden, abbrach. Dafür studierte er Zoologie, Biochemie und Meeresbiologie an der Bangor University in Wales. Mit Auszeichnung erlangte er den Abschluss als Bachelor of Science (B.Sc.).

Schon während des Studiums war Whittaker als Amateurmusiker aktiv. Seinen ersten Auftritt hatte er 1958 im „Equator Club“ in Nairobi. Den ersten Auftritt in Europa hatte er im Sommer 1962 in Portrush, Nordirland. Im selben Jahr erschien dort auch seine erste Single Charge of the Light Brigade. Sein erster Hit war 1962 Steelman. Der 1967 erschienene Mexican Whistler, eine Instrumentalnummer, bei der Whittaker die Melodie nur pfiff, wurde ebenfalls populär und oft in Radioprogrammen gespielt. 1969 hatte der Sänger seinen ersten großen Erfolg mit Durham Town. Es gab weitere Erfolge in England, die in den 1970er-Jahren auch im Ausland bekannt wurden, so im deutschsprachigen Raum. Seine erfolgreichsten Hits aus dieser Zeit waren The Last Farewell, River Lady, Indian Lady und I Don’t Believe in If Anymore. Dabei wurde The Last Farewell die weltweit meistverkaufte Single in seiner Karriere. Sie wurde in elf Ländern insgesamt über elf Millionen Mal verkauft. Daher ist dieses Lied sein am häufigsten gesungenes Lied und es wurde von anderen Künstlern aufgenommen, so unter anderem von Ray Conniff und Elvis Presley.

Roger Whittaker, Oldenburg 1976

Ende der 1970er-Jahre und in den 1980er-Jahren war Whittaker vor allem mit deutschsprachigen Liedern seines langjährigen Produzenten Nick Munro erfolgreich, die er mangels Sprachkenntnissen rein phonetisch sang. Sein größter Erfolg war hier Albany aus dem Jahr 1981. Er war Gast in zahlreichen Musiksendungen im Fernsehen, darunter auch mehrmals in der ZDF-Hitparade. Er ging mehrmals auf große Tournee. Eines seiner Konzerte in Berlin im Jahr 2003 erschien auch als DVD unter dem Titel Roger Whittaker – Live in Berlin. Er beendete seine Tourneekarriere offiziell im Jahr 2013.

Bekannt wurde Whittaker auch als Kunstpfeifer. Zu seinen bekanntesten Schöpfungen gehören der Mexican Whistler (1966), der Irish Whistler, der Australian Whistler und der Finnish Whistler (1970). Daneben hat er u. a. auch die Elisabethserenade in einer gepfiffenen Version aufgeführt.

Zu den größten Fans Whittakers zählte der ehemalige US-Präsident George Bush sen., auf dessen Goldener Hochzeit er sang.[1]

Privatleben

Whittaker war seit 1964 mit Natalie O’Brien verheiratet und hatte mit ihr fünf Kinder. Er verlagerte im Jahr 2011 seinen Ruhesitz von Irland nach Saint-Cirq-Lapopie (Région Midi-Pyrénées) in Südfrankreich. Mit seiner Ehefrau Natalie schrieb er das autobiografische Buch Ein Glück, dass es dich gibt (Originaltitel: So Far so Good).

Seine Eltern lebten bis 1989 in Kenia. In jenem Jahr wurden sie von einer vierköpfigen Bande überfallen, wobei seine Mutter acht Stunden lang gefoltert und sein Vater ermordet wurde.[2]

Anfang September 2023 erlitt er einen Schlaganfall,[3] von dem er sich nicht mehr erholte. Am 13. September 2023 starb Roger Whittaker im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Frankreich und wurde am 16. September 2023 beigesetzt.[4]

Trivia

Zu Whittakers Markenzeichen wurde u. a. sein Henri-Quatre-Bart. Nach eigenen Angaben legte er ihn sich zu Beginn seiner Karriere zu, da er sein Gesicht in glattrasierter Form für nicht markant und fernsehtauglich genug hielt.[5]

Auszeichnungen

Roger Whittaker hat in seiner Karriere über 250 Tonträgerauszeichnungen erhalten. Er war Mitglied des britischen Teams, das 1967 Gewinner des Songfestival von Knokke in Belgien wurde, bei dem Roger Whittaker den Pressepreis erhielt. Ferner gewann er mit New World in the Morning drei Goldmedaillen beim brasilianischen Liederfestival in Rio de Janeiro. Darüber hinaus erhielt er den „Gold Badge of Merit“, eine Auszeichnung der British Academy of Songwriters and Composers.

In Deutschland erhielt er 1986 die Goldene Stimmgabel. Im Rahmen der „Goldenen Stimmgabel 2006“ am 16. September in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle wurde er mit einer Platin-Stimmgabel für sein Lebenswerk geehrt.

Im Januar 2011 erhielt er die Krone der Volksmusik für sein Lebenswerk.

Diskografie

Hauptartikel: Roger Whittaker/Diskografie

Studioalben

Jahr Titel Chartplatzierungen[6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1970 I Don’t Believe in If Anymore 23
(1 Wo.)
1971 New World in the Morning 45
(2 Wo.)
1975 The Last Farewell and Other Hits 31
(24 Wo.)
The Last Farewell 28
(… Wo.)
6
(… Wo.)
1976 A Little Goodbye 24
(… Wo.)
Reflections of Love 26
(… Wo.)
1978 Roger Whittaker Sings the Hits 52
(5 Wo.)
1979 When I Need You 115
(5 Wo.)
1980 Mein deutsches Album 24
(8 Wo.)
Mirrors of My Mind
Voyager
With Love
1982 Zum Weinen ist immer noch Zeit 26
(16 Wo.)
1983 Typisch Roger Whittaker 10
(46 Wo.)
6
(… Wo.)
1984 Ein Glück, daß es dich gibt 2
(94 Wo.)
2
(… Wo.)
14
(9 Wo.)
1985 Du gehörst zu mir 2
(30 Wo.)
6
(… Wo.)
13
(10 Wo.)
1986 The Skye Boat Song 89
(1 Wo.)
1987 Heut’ bin ich arm – heut’ bin ich reich 15
(23 Wo.)
1988 Du bist nicht allein 7
(30 Wo.)
14
(… Wo.)
1990 Nur wir zwei 30
(18 Wo.)
Alle Wege führen zu dir 31
(22 Wo.)
14
(12 Wo.)
1991 Mein Herz schlägt nur für dich 42
(8 Wo.)
22
(8 Wo.)
1992 Stimme des Herzens 13
(16 Wo.)
27
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1992
1993 Geschenk des Himmels 31
(12 Wo.)
1994 Sehnsucht nach Liebe 41
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. August 1994
1995 Ein schöner Tag mit dir 33
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Mai 1995
1996 Einfach Leben 37
(14 Wo.)
38
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Oktober 1996
1998 Zurück zur Liebe 35
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. April 1998
2000 Wunderbar geborgen 39
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. Oktober 2000
2002 Mehr denn je 70
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 2002
2004 Mein schönster Traum 57
(4 Wo.)
58
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. September 2004
2008 Liebe endet nie 44
(7 Wo.)
35
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. März 2008
2010 So viele Jahre mit euch 81
(1 Wo.)
45
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. März 2010
2012 Wunder 70
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. September 2012

Schriften

  • Roger Whittaker, Natalie Whittaker: Ein Glück, dass es dich gibt. Mein Leben, meine Liebe, meine Lieder. Deutsch von Christa Walczak. Ullstein, Frankfurt am Main und Berlin 1986, ISBN 3-550-06491-8 (englischer Originaltitel: So far, so good )

Weblinks

 Commons: Roger Whittaker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Philip Dethlefs: Der Gentleman des Schlagers: Roger Whittaker pfeift nicht mehr. In: ntv.de. 22. März 2021, abgerufen am 4. Juni 2023.
  2. Peter Robertson: Whatever happened to Durham Town singer Roger Whittaker. 3. Mai 2014, abgerufen am 28. Dezember 2020 (english).
  3. Roger Whittaker: Schlaganfall · Schlager Radio. In: Schlager Radio. 15. September 2023, abgerufen am 18. September 2023 (deutsch).
  4. Roger Whittaker (87) ist tot: Der Sänger starb in Südfrankreich. Seine Frau war bei ihm. 18. September 2023, abgerufen am 18. September 2023.
  5. Peter Robertson: Whatever happened to Durham Town singer Roger Whittaker. 3. Mai 2014, abgerufen am 28. Dezember 2020 (english).
  6. Chartquellen: DE AT CH UK US
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Roger Whittaker aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.